Zum Rückrundenauftakt der Abstiegsrunde in der Lotto Hessenliga führte uns die Reise am Samstag in das Königreich Flieden. Am Ende verschenken wir in den letzten zehn Minuten einen Erfolg und stehen nach einer schmerzhaften Niederlage ohne Punkte da. Mit 22 Punkten sind wir aktuell auf Platz acht und damit einen sicheren Abstiegsplatz gerutscht. Der sicher rettende Platz 6 ist allerdings nur ein Punkt entfernt. Selbst auf Platz 5 sind es nur zwei. Es kann also noch viel passieren.

Auf sehr schwer zu bespielendem Untergrund entwickelte sich insgesamt kein wirklich ansehnliches, aber umso intensiveres Spiel. Flieden operierte viel mit langen Bällen und presste gut gegen unser Aufbauspiel. Immer wieder versprang der Ball, sodass die Fehlpassquote ebenso hoch war. In der ersten Halbzeit ergaben sich so die Chancen nur nach Standardsituationen. Auf beiden Seiten konnten diese aber weitgehend geklärt werden. Ein Fliedener Freistoß flog dabei an Freund und Feind vorbei, sprang im Strafraum auf, ging aber deutlich drüber. In der 37. Minute gab es den einzigen Aufreger in Halbzeit eins. Unser Stürmer Filip Cirpaci kam im Strafraum zu Fall, der Schiedsrichter pfiff auch, gab aber anschließend die gelbe Karte wegen angeblicher Schwalbe.

Diese Entscheidung sorgte für große Verwunderung, wurde Cirpaci doch auf jeden Fall in Bedrängnis getroffen. Ob Strafstoß oder nicht, eine Schwalbe war dies auf keinen Fall! So ging es vor 150 Zuschauer mit 0:0 in die Halbzeitpause. Fünf Minuten waren nach Wiederbeginn gespielt, da mussten wir eine Hiobsbotschaft hinnehmen. Kapitän und Mittelfeldstabilisator Thorben Knauer musste verletzungsbedingt vom Platz. Gute Besserung, Thorben! Der eingewechselte Jeff Thielmann setzte sich kurze Zeit später halblinks im Strafraum durch und wurde regelwidrig zu Fall gebracht – Elfmeter. Visar Gashi trat an und traf zum erlösenden 1:0 (57.).

Im weiteren Verlauf ergab sich das Bild wie in der ersten Hälfte. Nach einer Ecke für Flieden rauschte Torwart Robin Orband mit dem Fliedener Kapitän Niko Zeller zusammen. Dieser musste kurz darauf ebenso wie bei uns verletzungsbedingt raus – auch hier Gute Besserung. Den vereinzelt geforderten Elfmeter gab es nicht, es ging mit Abstoß weiter. In der Folge verpassten es unsere Männer, mit einem zweiten Tor den Sack zuzumachen. Die gefährlichste Aktion war ein letztlich harmloser Schuss von Jeff Thielmann (74.). In der 83. Spielminuten erzielte Flieden dann den Ausgleich. Einen länger unterwegs gewesenen Ball von links verwertete Felix Hack aus spitzem Winkel. Das wäre durchaus zu verhindern gewesen.

Zu allem Übel setzte die Buchonia sogar noch einen drauf. Torwart Lukas Hohmann schlug einen langen Ball nach vorne, am Strafraum legte Tobias Rehm per Kopf ab, Marc Götze ist schneller am Ball, zieht aus 18 Meter ab und trifft ins linke untere Eck – 2:1 für Flieden in der 90. Minute. Es gab noch vier Minuten Nachspielzeit, aber es gelang auch hier keine gefährliche Aktion mehr. Es zieht sich durch die Saison, dass vor dem Tor insgesamt zu wenig Gefahr kreiert wird.

Als Fazit bleibt, dass es nach der engagierten Leistung in der Vorwoche in Hanau insbesondere nach dem Führungstreffer an Esprit fehlte, um zumindest einen Punkt mitzunehmen. Entsprechend enttäuscht war auch Trainer Amir Mustafic nach dem Spiel und haderte mit den großen Leistungsschwankungen. „Es ist natürlich nicht förderlich für die Stimmung, aber wir werden wieder aufstehen!“. Und genau das muss das Motto für die kommenden Spiele sein. Am Sonntag, 1. Mai 2022 geht es mit dem Heimspiel gegen Tabellenführer FC Bayern Alzenau weiter.

 

Aufstellung FV: 1 Robin Orband – 13 Dominik Emmel, 6 Visar Gashi, 17 Vladimiros Safaridis, 4 Takahiro Okuno – 8 Thorben Knauer (c) (50. 18 Jeff Thielmann) – 14 Mario Shuteriqi, 10 Alexander Bauscher – 3 Taiyo Ushiyama (68. 19 Ayoub Lahchaychi), 9 Filip Cirpaci (85. 7 Giorgi Kandelaki), 11 Kaito Shimoda

Tore: 0:1 Gashi (57./Foulelfmeter), 1:1 Hack (83.), 2:1 Götze (90.)